Alexander Lorani

Alexander Lorani

Nationalität: Deutsch
Stadt, Land: München, Deutschland
Studiengang, Abschluss: Maschinenbau Fertigungstechnik – Diplom-Ingenieur mit späterer Promotion
Abschlussjahr: 1990
Arbeitgeber, Position: Bristol Myers Squibb GmbH, IT Leiter

Warum haben Sie sich damals für die TUHH entschieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Alle Dinge im Leben haben einen Grund und in meinem Fall kam es nach 21 Jahren zum “Full Circle”. Ich wurde 1964 auf dem heutigen unteren Campus im damaligen Allgemeinen Krankenhaus geboren und begann mein Studium 1985.
Im Gegensatz zu dem heutigen Anschein einer voll durchgeplanten Karriere bereits zu Abiturzeiten, hatte ich damals keine Ahnung, was ich werden wollte.
Also bewarb ich mich für verschiedene Studienplätze in Hamburg, Berlin, Braunschweig und Hannover und Maschinenbau an der TUHH. Im Sommer musste ich mich dann entscheiden, aus Bequemlichkeit UND wegen des niemals wiederkehrenden phantastischen Prof – Studi Verhältnisses von vermutlich 1:3 entschied ich mich für die TUHH.

Können Sie sich an den ersten Eindruck erinnern, die die TUHH auf Sie gemacht hat?
Die TU war damals noch zerstreut über ganz Harburg, das einzige Gebäude, das vermutlich heute jeder Student kennt, war das gerade fertiggestellte Technikum. Alles war noch ganz frisch, die erste Professorengeneration hatte gerade den ersten Jahrgang Erstsemester auf den Weg gebracht, meiner war der zweite Jahrgang. Im späteren Studium rissen sich die Professoren um einen wegen Studien- und Diplomarbeiten und Hiwi-Jobs. Es gab nur kleine Gruppen, das gesamte Erstsemester von circa 80 Studenten passte in Raum 018 des Technikums.

Was war Ihre Motivation dieses Studienfach und diesen Beruf zu wählen?
Mathe und Physik waren neben Sport und Musik die einzigen Fächer mit Tragfähigkeit aus dem Abi, daher musste es was Technisches sein. Ich war vermutlich das erste Kind in Deutschland, welches Mitte der Siebziger bereits am Computer arbeiten durfte, allerdings wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, Informatiker zu werden. Viel zu theoretisch. Da waren Maschinen und Geräte schon handfester.

Wo haben Sie in Hamburg/ Harburg neben dem Studium am liebsten Ihre Zeit verbracht?
Es gab mal diese geniale Sixt Mietautowerbung für einen Porsche mit dem Titel “Raus aus Fulda!” So ähnlich würde ich als gebürtiger Harburger die Anziehungskraft von Harburg in den 80ern beschreiben. Ich bezweifle, dass dies besser geworden ist. Hamburg hatte viele coole Live-Clubs mit Indie-Bands für Auftritte der “They Might Be Giants” oder von “Philip Boa and the Voodo Club“.

Was ist das Tollste an Ihrem Job?
Ich hatte seit meiner Unizeit drei Arbeitgeber und kann sagen, dass ich immer Glück hatte, in tollen Firmen mit inspirierenden Kollegen und fördernden Chefs zu arbeiten.

Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Fachlich: Leider mit Maschinenbau danebengelegen, die Computertechnologie meiner Studienzeit ist nicht mit modernen IT-Ansätzen meiner jetzigen Tätigkeit vergleichbar. Analytisches Denken und Problemlösungen entwickeln hatte ich mir schon vor dem Studium durch den Umgang mit dem Computer angeeignet. Ich kann nur jedem im Studium empfehlen nur das zu tun, was einem interessant erscheint.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
Ich arbeite in einem US-amerikanischen Konzern und der größte Teil meiner Arbeit besteht im Vermitteln zwischen Projektinitiativen und deutscher Organisationen. Neben solider Kenntnis von IT-Technologien und IT-Managementansätzen benötige ich hauptsächlich Kommunikationskompetenz, Vermittlung von Ansichten und Problemlösungen und interkulturelle Kompetenz. Der typische Arbeitstag beginnt mit dem Aufarbeiten der circa 50 nächtlichen Mails aus aller Welt, zwang- losen Gesprächen mit Kollegen über Projektstände, um dann meist gegen Nachmittag in Meetings per Telefon und Skype, Video oder Face-to-Face überzugehen. Der Kalender ist dabei in der Regel doppelt oder dreifach gebucht, was einem den Luxus der Priorisierung und des Delegierens erlaubt.