Dr.-Ing. Wolfgang Daum

Wolfgang Daum

Nationalität: Deutsch
Stadt, Land: Silicon Valley, USA
Studiengang, Abschluss: Physik Universität Hamburg; danach promoviert an der TUHH im Fach Halbleitertechnologie / Dr.-Ing.
Abschlussjahr: 1992
Arbeitgeber, Position: TOMA Biosystems Inc. / CEO Chief Executive Officer (Geschäftsführer)

Was war Ihre Motivation die TUHH, dieses Studienfach und diesen Beruf zu wählen?
Ich hatte an der Uni Hamburg Physik studiert und eine Promotion an der TUHH gab mir noch mehr Zeit etwas Interessantes zu suchen. Ich dachte auch, dass ein Ingenieurtitel praktischer sein wird. Die TUHH war damals gerade im Aufbau und das fand ich klasse. Da konnte man was bewegen.

Was war für Sie in der Zeit an der TUHH ein unvergessliches Erlebnis?
Das Mitgestalten einer neuen Universität. Spezielles Erlebnis: Die Computertechnik war damals noch nicht so entwickelt wie heute und ich durfte bei der Literaturbeschaffung der Universitätsbibliothek mithelfen. Dabei konnte man noch versehentlich den „Format Disk“ Befehl absenden. Dann war die Festplatte gelöscht und wir konnten wieder von vorne anfangen. Hochpeinlich!

Womit konnte man Sie jederzeit vom Lernen abhalten?
Irgendwas an der neuen Uni gestalten und aufbauen.

Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Organisationsaufbau einer Uni. Logisches Denken. Kritisches Denken. Leute überzeugen. Das alles hat mir als Unternehmer/Manager gut getan. Über die Jahre habe ich mehrere Unternehmen in der Medizin- und Biotechnik gegründet oder als Geschäftsführer mitgestaltet. Vor 15 Jahren bin ich durch den Verkauf einer meiner Unternehmen in die USA gekommen. Mich fasziniert, wie die Amerikaner Unternehmen aufbauen. Die Grundlage ist eine gute neue Idee, um die man ein zunächst „virtuelles“ Unternehmen bildet, deren Anteile man dann nutzt, um das Unternehmen zu nanzieren. Damit wird das Unternehmen realistisch. In Boston gründet das MIT (Massachusetts Institute of Technology) circa 300 Unternehmen pro Jahr. Das ist fast ein neues Unternehmen pro Tag! Mehr als 96 Prozent scheitern, aber das gehört in Amerika dazu. Es nicht versucht zu haben ist das eigentliche Scheitern, nicht der Fehlschlag. Mittlerweile wohne ich in Silicon Valley und leite mein achtes Bio-Medizin-Unternehmen. Gemessen am finanziellen Ge- winn ist das Resultat: Drei Unternehmen liefen gut bis sehr gut, zwei scheiterten und zwei waren ok.

Was ist das Tollste an Ihrem Job?
Freie Möglichkeit der Gestaltung. Zusammenarbeit mit Leuten, die etwas Außerordentliches schaffen wollen. Mitmachen an der vordersten Spitze der „Translational Medicine“. Selbstständigkeit.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
Um 7 Uhr fange ich an und gehe um 18 Uhr nach Hause. In der Zeit sind viele Meetings, Telefonate, Entscheidungen treffen, oft auch abends und am Wochenende.

Ich würde gerne mal einen Tag tauschen mit …
… einem Ingenieur eines Kinderspielzeugherstellers. .

Was würden Sie einen allwissenden Forscher aus der Zukunft fragen?
Haben uns die zunehmenden Kenntnisse in der Medizin tatsächlich langlebig und glücklich gemacht oder haben uns diese nur mehr Schwierigkeiten eingehandelt?

Ihr Lieblingsessen damals in der Mensa?
Spaghetti mit Tomatensauce.

Wenn Sie Präsident der TUHH wären…
… würde ich die Lust am Risiko und das Akzeptieren des Scheiterns fördern und sponsern.