Dr. Paola Vega-Castillo

Paola Vega

Nationalität: Costa-Ricanerin
Stadt, Land: Cartago, Costa Rica
Studiengang, Abschluss: Promotion in Mikroelektronik, Master’s Degree in Microelectronics and Microsystems
Abschlussjahr: 2006
Arbeitgeber, Position: Instituto Tecnológico de Costa Rica, Vizepräsidentin für Forschung

Frau Dr. Vega-Castillo, was war Ihre Motivation die TUHH, dieses Studienfach und diesen Beruf zu wählen?
Ich bin Elektrotechnikerin. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil ich viel über Physik und Mathematik lernen wollte und damit außerdem gute Jobaussichten in Costa Rica hatte. Ein ehemaliger Professor der TUHH, Prof. Dr.-Ing. Otto Lange, besuchte damals meine Universität an der ich studierte und erzählte mir von dem internationalen Master-Programm an der TUHH. Daraufhin habe ich mich beim DAAD für ein Stipendium beworben.

Was war für Sie in der Zeit an der TUHH ein unvergessliches Erlebnis?
Als ich meine erste von mir selbst entworfene integrierte Schaltung vom Hersteller bekommen habe. Sie in der Hand zu halten war ein großartiges Gefühl nach all der harten und langen Arbeit am Computer.

Womit konnte man Sie jederzeit vom Lernen abhalten?
Vom Lernen abhalten kann man mich eigentlich nicht, denn ich lerne immer und ständig aus vielen anderen Fachrichtungen. Mich interessiert beispielsweise, was im Kosmos geschieht, deswegen lese und schaue ich immer wieder, was Wissenschaftler dazu entdecken und welche Theorien sie heute aufstellen. Genauso im Mikro-und Nanokosmos, was direkt mit meinem Fach zu tun hat.

Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Sehr vieles. Ich muss mit Wissenschaftlern aus vielen verschiedenen Disziplinen arbeiten. Die Kombination von Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik und anderen wissenschaftlichen Gebieten ist dafür sehr vorteilhaft.

Was ist das Tollste an Ihrem Job?
Zu sehen wie neue Ideen der Wissenschaftler entstehen und dann schließlich Wirklichkeit werden. Ich finde es spannend, wie Technologie und Lösungen beispielsweise in Costa Rica eingesetzt werden um Probleme und Aufgaben zu lösen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
Normalerweise habe ich viele Besprechungen mit dem wissenschaftlichen Personal, um neue Ideen und Projekte zu konzipieren, oder um mich über die Entwicklung der Projekte zu informieren, und gegebenenfalls mit Denkanstößen voranzubringen. Wir müssen Strategien planen und durchführen, Projekte und Ideen werden evaluiert. Andererseits muss ich meine Universität bei der Regierung, bei den verschiedenen Industrie- und Hochschulgremien und letztlich auch bei öffentlichen Veranstaltungen vertreten. Meine Universität ist eine staatliche Einrichtung. Abgesehen von den fachlichen Kompetenzen brauche ich dafür viel Geduld, Ausdauer, Führungseigenschaften, Inspiration, Arbeitswillen und Begeisterung. Am wichtigsten ist es für mich aber, jeden Tag mit Freude und Optimismus zu beginnen.

Ich würde gerne mal einen Tag tauschen mit …
… einer hochtalentierten Klavierspielerin oder einer Opernsängerin.

Was würden Sie einen allwissenden Forscher aus der Zukunft fragen?
Wie heißt die Gesamtgleichung, mit der man das Verhalten des Universums erklären kann?

Ihr Lieblingsessen damals in der Mensa?
Fisch mit Pellkartoffeln. Und Käsekuchen, vor allem, weil wir hier keinen richtigen Käsekuchen haben. Deutsche Würstchen bei den Veranstaltungen im Grünen habe ich immer sehr gemocht, bis heute!!!

Wenn Sie Präsidentin der TUHH wären…
… würde ich versuchen, mehr temporäre Arbeitsplätze für Gastprofessoren und Gastwissenschaftler an der TUHH zu schaffen, um die internationalen Beziehungen und den akademischen Austausch mit den Alumni der TUHH zu stärken.