Ute Fleck

 
Nationalität: Deutsch
Stadt, Land: Zürich, Schweiz
Studiengang/Abschluss: Verfahrenstechnik/Dr.-Ing.
Abschlussjahr: 1996 (Promotion: 2000)
Arbeitgeber und Position: Hitachi Zosen Inova AG, Senior Sales Manager für schlüsselfertige Müllverbrennungsanlagen in UK, Ireland & Australia

10 Fragen an…

1. Warum haben Sie sich damals für die TUHH entschieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Das war mehr aus Zufall. Ein Klassenkamerad hatte sich über den Studiengang Verfahrenstechnik informiert und mich sprach es an, weil alle Naturwissenschaftlichen Fächer weiter eine Rolle spielten. Mich hat das Studium zwischendurch sehr aufgerieben, aber ich bin heute mehr als froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe. Und klar, als Hamburger bleibt man gerne in Hamburg :o)

2. Können Sie sich an den ersten Eindruck erinnern, die die TUHH auf Sie gemacht hat?
Gebäudetechnisch war es ja teils noch alles ein Provisorium, aber trotzdem sehr anspruchsvoller Lehrstoff, interessante Studienkollegen, eine neue Welt nach der Schule. Gleichzeitig unglaublich viel Theorie und die stetige Frage – was kann ich denn später damit wirklich mal machen??

3. Was war Ihre Motivation dieses Studienfach und diesen Beruf zu wählen?
Ich bin da wohl sehr konservativ. Ingenieure waren damals gesucht, Naturwissenschaften haben mich sehr interessiert, ich wollte einen Job finden können nach dem Studium. Wenn ich damals schon gewusst hätte, was für vielfältige Jobs man damit machen kann, dann hätte ich mich so oder so dafür entschieden.

4. Wie würden Sie Ihre Zeit an der TUHH zusammenfassen?
Hart, zum Teil desillusionierend und gleichzeitig der Weg in eine ganz andere spannende Welt.

5. Ihr Lieblingsessen in der Mensa?
Keine Ahnung! Die Mensa kam ja erst mittendrin. Wir haben noch im Rathaus oder im Finanzamt (lach) gegessen.

6. Wo haben Sie in Hamburg/ Harburg neben dem Studium am liebsten Ihre Zeit verbracht?
Beim Reiten in Neugraben/Fischbek

7. Was sind Ihre Tipps für einen guten Berufseinstieg in Ihrer Branche?
Höre auf Dein Herz, beiße Dich beim ersten Job durch, auch wenn es nicht so ist, wie Du es Dir vielleicht erträumt hast, bewerbe Dich dann mit mehr Wissen und Verständnis, auch über Dich selbst, für den nächsten Job. Erwarte von Dir mehr als von anderen.

8. Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Wie soll ich das sagen. Also 1:1 wahrscheinlich rein gar nichts. Aber wenn ich das Studium nicht hätte, dann könnte ich mich nie so schnell in so komplexe technische Fragen einarbeiten. Ich habe nun dreimal komplett das Themenfeld gewechselt und bin immer ganz schnell in der Materie gewesen. Was mir da sehr wichtig erscheint, war ein Tipp von meinem Professor (Brunner), der gesagt hat, man muss zumindest schnell immer überprüfen können ob ein Ergebnis plausibel erscheint oder nicht. Diese Gabe, komplexe Zusammenhänge zu beurteilen, ist für mich immer sehr wichtig gewesen. Sowohl in der technischen Lösungsfindung sowie in der kommerziellen Diskussion. Das Vertragswesen spielt bei mir inzwischen eine sehr wichtige Rolle, da habe ich aus meiner Studienzeit nichts mitnehmen können. Wenn wir dann ein Angebot zusammenstellen, sage ich immer, dass dies das wichtigste Lehrstück aus der Doktorandenzeit war – wie formatiere ich Text ;o)

9. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
Es gibt keinen typischen Arbeitstag bei mir. Natürlich gibt es einen groben Plan, aber Geschäftsreisen sind meistens kurzfristig erforderlich und während des Tages passiert immer etwas, ob intern oder extern, was schnelle Reaktion erfordert. Typisch ist, immer neu zu priorisieren, Überblick bewahren, das Team motivieren, gut zu hören und natürlich zu verkaufen :o) Mein Aufgabengebiet umfasst: Marktbearbeitung, Angebotserstellung, Kalkulationskontrolle, Vertragsverhandlungen, Exklusivitätsverhandlungen, Vorträge an Konferenzen, Messe- und Kundenanlassorganisation, Partnerfirmen finden, Führen der verschiedenen Angebot-Teams, Aufbau politischer Netzwerke, Kostenverantwortung. Ich habe Glück, mein Chef vertraut mir sehr und ich kann dies alles hauptsächlich ganz alleine planen, organisieren und ausführen.

10. Wenn Sie Präsident der TUHH wären…
…dann würde ich die TUHH als die beste TU überhaupt verkaufen :o)