Martin Brücher


Nationalität: Deutsch
Stadt, Land: Hamburg, Deutschland
Studiengang, Abschluss: Internationales Wirtschafts­ingenieurwesen (M.Sc.)
Abschlussjahr: 2009
Arbeitgeber und Position / Name des Startups: Mitgründer und Geschäftsführer von FASHION CLOUD

Warum haben Sie sich damals für die TUHH ent­schieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Ich fand die internationale Ausrichtung der TUHH und speziell die meines Studiengangs ex­trem attraktiv. Bei Projektarbeiten und Seminaren durften wir mit Studierenden aus der ganzen Welt arbeiten. Ich hab die Wahl nie bereut und bin jeden Tag glücklich, durch die TU nach Hamburg gekommen zu sein.

Was war Ihre Motivation, dieses Studienfach zu wählen?
Ich hatte immer schon zwei Herzen in meiner Brust: Auf der einen Seite fasziniert vom technischen Fortschritt und auf der anderen interessiert an den betriebswirtschaftlichen Abläufen in Unternehmen. Da ist Wirtschaftsingenieurwesen dann wohl die perfekte Wahl.

Wann kamen Sie auf die Idee, Ihr eigenes Unter­nehmen zu gründen? Das Talent zum Verkaufen und Handeln habe ich früh auf eBay entdeckt. Der Wunsch, eines Tages für ein Startup zu arbeiten kam in diversen „Bu­siness Planning“-Vorlesungen auf und hat sich in einem Auslandssemester in Kalifornien verfestigt.

Die wichtigsten Facts zu Ihrem Startup …
Gut zwei Jahre alt. 20 Mitarbeiter. Wir helfen lokalen Modehändlern bei der Digitalisierung. Wir bieten dazu derzeit zwei Produkte an: Eine Online-Plattform mit Bildmaterial von mittlerwei­le mehr als 250 Modemarken (dieses nutzen die Händler für ihr Marketing, ihre Webshops usw.). Außerdem eine mobile App, mit der ein Mode­händler prüft, ob ein gewisser Artikel noch bei seinem Lieferanten vorrätig ist und er diesen dann über die App direkt nachbestellen kann.

Was ist das Beste an Ihrem Job?
Die Arbeitsatmosphäre bei FASHION CLOUD. Ich gehe da jeden Tag mit riesiger Vorfreude hin. Die Leute haben allesamt richtig Lust, etwas Großes zu bewegen.

Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Klingt abgedroschen, aber in erster Linie das Netzwerk, das ich mir in den zwei Jahren damals aufgebaut habe.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
Eine bunte Mischung aus Besprechungen mit Kollegen, Kundenterminen, Interviews mit Bewer­bern, Basteln von Excel-Tapeten und Bearbeiten von E-Mails. Ich denke mit einer gut strukturierten Arbeitsweise, einer Portion Empathie, jeder Menge Neugier und viel gesundem Menschenver­stand ist man gut ausgestattet für das Leben in einem Startup.

Was sollten (zukünftige) Gründerinnen und Gründer Ihrer Meinung nach unbedingt beachten?
Lernt so früh wie möglich, eurem Bauchgefühl zu vertrauen. Man kann viele Dinge planen und noch so gut durchdenken aber bei der Vielzahl an Entscheidungen, die als Gründer oder Gründerin auf dich zukommen, ist deine Intuition die wichtigste Begleiterin.

Wenn Sie Präsident der TUHH wären …
… würde ich in den Lehrplänen etwas mehr Raum für fachfremde Seminare wie beispielsweise „Literatur und Kultur“ (von Bertrand Schütz) schaffen. An alle halbwegs literaturinteressierten Studierenden: Das ist ein absoluter Geheimtipp!