Dr. Alexander Nürnberg

 
Herr Dr. Nürnberg, Sie haben an der TUHH Maschinenbau studiert und anschließend promoviert.
Wie hat sich die TUHH seitdem verändert?

Im Herbst 1983 nahm ich das Hauptstudium des Schiffsmaschinenbaus an der TUHH auf. Das Technikum war das einzige fertiggestellte Gebäude. Teile des Krankenhauses und zahlreiche Räumlichkeiten im Harburger Stadt- und Hafengebiet wurden für die damaligen Arbeitsbereiche genutzt.
Unser Semester bestand aus 12 Studenten. Drei kamen mit dem Vordiplom von anderen Hochschulen, die anderen hatten schon ein FH Studium absolviert.
Wir waren im ersten Jahrgang des Lehrbetriebs der TUHH. Es gab deutlich mehr Professoren und Assistenten als Studenten und wir genossen die Beachtung, die uns geschenkt wurde.
Es gab eine bemerkenswerte Aufbruchstimmung und eine „ja, das geht“ Grundhaltung im akademischen und im verwaltenden Betrieb. Improvisation war die Grundlage für den erfolgreichen Start. Wir haben das als sehr motivierend empfunden.
Heute verfügt die TUHH über eine hervorragende Infrastruktur und ist integraler Bestandteil Hamburgs geworden. Alles ist viel professioneller, auch größer und damit auch anders. Das ist eine natürliche und notwendige Entwicklung, wenn man in der ersten Liga der technischen Universitäten spielen will.

Wo in Harburg haben Sie als Student Zeit verbracht?
Harburg konnte in der Mitte der 80er Jahre wenig für Studenten bieten. Ich erinnere noch die Plakate in Eißendorf mit der Aufschrift: „Keine Universität im Wohngebiet!“ Wir hatten also einen eher exotischen Status damals. Konkret beantwortet: Im Technikum, in der Harburger Schloßstraße und im Lauenbruch Ost. Die Freizeit habe ich im gerade erwachenden Ottensen verbracht.

Wie ging es nach Ihrer Promotion im Jahr 1991 beruflich für Sie weiter?
Am 2. Januar 1992 habe ich als Entwicklungsingenieur bei der Firma HATLAPA in Uetersen begonnen. Mein Mentor beim Studienbeginn an der TUHH war mein erster Chef. So klein kann die Welt sein!
1994 wurde ich Konstruktionsleiter, 1995 zusätzlich Produktionsleiter und 1996 dann Geschäftsführer. Das bin ich heute immer noch.
Obwohl ich nun seit 22 Jahren in demselben Unternehmen arbeite, war noch kein Tag wie der andere.

Gute Noten? Ein Studium in Regelstudienzeit? Was ist für einen erfolgreichen Berufseinstieg wichtig?
Ich bin da eher ein Beispiel für den unkonventionellen Weg. Leistungskurse in Englisch und Geschichte, Abi mit einem Durchschnitt von 3,1 machen heute den Start in ein Maschinenbaustudium nicht leicht.
Dann habe ich auch noch bemerkenswerte 10 Semester für das Vordiplom gebraucht, das ich mit 2,7 abschloss. Im heutigen Bachelor System wäre es das dann gewesen.
Das Hauptstudium habe ich nach 4 Semestern mit 2,0 absolviert und nach weiteren 4 Jahren die Promotion dann mit sehr gut.
Während meiner Studentenzeit habe ich viel in der Industrie gearbeitet und gerne Verantwortung übernommen. Das hat mir Berufseinstieg leicht gemacht und die Entwicklung war dann auch nicht so schlecht…

Was spricht Ihrer Meinung nach für ein Studium an der TUHH?
Die TUHH ist eine moderne, internationale Universität mit einem klar formulierten Leistungsanspruch. Die Größe ermöglicht guten persönlichen Kontakt und das Angebot ist fokussiert. Das ermöglicht die Erreichung eines hohen Niveaus.
Bemerkenswert finde ich auch das Angebot im akademischen Umfeld, seien es die Musik, der Sport oder die Kunst. Das ist gelebte Lebensqualität!

Neben Ihren beruflichen Aufgaben engagieren Sie sich auch im Alumniverein und in der Stiftung der TUHH. Was motiviert Sie zu diesem Engagement?
Ich bin während meiner Zeit an der TUHH von hervorragenden Persönlichkeiten unterrichtet worden, denen ich sehr viel zu verdanken habe. Oft habe ich den Umgang verglichen mit der Zeit der griechischen Philosophen und ihren Schülern auf den Marktplätzen. Die Wissensvermittlung ging weit über das technisch fachliche hinaus und der Dialog hat das Denken und Verstehen geschärft.
Bildung ist ein sehr wichtiges Gut und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass das in der Gesellschaft geleistet werden kann.

André Katzenberger

 
Herr Katzenberger, Sie haben Energie- und Umwelttechnik an der TUHH studiert. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrem Studium an der TUHH?
Das Studium an der TUHH war eine interessante Erfahrung für mich. Ich habe viele interessante Einblicke gewonnen, aber auch unangenehme Erfahrungen gemacht. So hat mich zwar der vermittelte Unterrichtsinhalt allgemein bereichert und über den Ingenieursberuf aufgeklärt, jedoch ist der Bachelor sehr allgemein geblieben. Die Studienpläne waren teils sehr starr und es wurde relativ viel Druck auf die Studierenden ausgeübt. Das waren auch die Gründe, weshalb ich nach dem Bachelor zunächst einmal arbeiten wollte.

Welche Aufgaben gilt es in Ihrem derzeitigen Job als Klimaschutzmanager der Stadt Hürth zu bewältigen?
Die Stelle des Klimaschutzmanagers ist eine vom BMUB (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Anm. der Redaktion) geförderte Stelle, die in Kommunen oder Landkreisen Querschnittsaufgaben im Bereich Klimaschutz und Energie abdeckt. Auf Basis eines Klimaschutz(teil)konzepts, welches für eine Kommune erstellt wird, ist der Klimaschutzmanager für die Umsetzung verantwortlich. Der Schwerpunkt in Hürth liegt im Bereich der kommunalen Liegenschaften, umfasst also alle Bereiche vom einfachen Energiecontrolling (Verbräuche dokumentieren, analysieren und optimieren), Gebäudemanagement (Priorisierung von Maßnahmen, Umsetzung der notwendigen energetischen Sanierungen), aber auch Nutzerschulungen, wie z.B. Energiesparprojekte in Schulen oder mit Mitarbeitern.

Helfen Ihnen hierbei Ihre während des Studiums erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten?
Das technische Grundverständnis – z.B. beim Einsatz von erneuerbaren Energien oder auch bei baulichen Maßnahmen – hilft mir sehr, den Gesprächen der Techniker zu folgen und mit Ihnen gemeinsam planen zu können. Jedoch liegen die von mir als Klimaschutzmanager verlangten Fertigkeiten eher im analytischen Bereich und im Energiemanagement, was ich mir über Eigeninitiative und Interesse schrittweise angeeignet habe.

Geradliniges Studium und Lebenslauf, exzellente Noten, den Kopf voller Wissen… Was ist wichtig im späteren Berufsleben?
Nichts vom oben genannten. Mein Abschluss an der TUHH war eher mittelmäßig, mein Lebenslauf alles andere als geradlinig. Was jedoch viel mehr zählte als jeder noch so interessante Lebenslauf, ist das Selbstbewusstsein zu wissen was ich will und was ich kann. Lasst euch nicht aus der Bahn werfen, schaut über den Tellerrand hinaus, erweitert euren Horizont und bleibt euch treu. Fachkräfte werden mehr und mehr gesucht und der 08/15-Absolvent ohne Weitblick ist schon lange nicht mehr attraktiv für Unternehmen.

Christoph Jung

 
Herr Jung, Sie haben Ihren MBA in Technology Management am Northern Institute of Technology Management (NIT) in Kombination mit dem Master Mechatronics an der TUHH gemacht. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrem Studium an der TUHH?
Ich verbinde sehr positive und intensive Erinnerungen mit meinem Studium. Die Zeit am NIT und an der TUHH hat meine späteren beruflichen Schritte stark geprägt und mir sehr viele Türen geöffnet. Wir haben im ersten Jahr circa 50 Klausuren geschrieben. Im zweiten Jahr habe ich sechs Monate in China verbracht und durfte ein Praktikum bei meinem Sponsor, der Körber AG, absolvieren. Trotz der hohen Belastung kam der Spaß zum Glück nicht zu kurz.

Was hat das Studium am Standort Hamburg-Harburg besonders gemacht?
Die Intensität des Doppelstudiums mit dem hohen Arbeitspensum, gepaart mit dem starken Zusammenhalt der NIT-Gemeinschaft, haben für mich das Besondere am Studium in Hamburg-Harburg ausgemacht. Ich war Teil der Class 07 des NIT. Die Class bestand aus über 30 Studenten, nur drei davon kamen aus Deutschland. Das Leben und Arbeiten auf engem Raum in einem solch internationalen Umfeld haben mir viel Freude bereitet und meinen Horizont über das Fachwissen hinaus erweitert.

2010 gründeten Sie zusammen mit Daniel Kollmann das Startup Massivkonzept. Ende April 2013 wurde Massivkonzept gegen Aktienanteile im Wert von rund 20 Millionen Euro von dem amerikanischen E-Commerce-Unternehmen Fab übernommen. Erzählen Sie uns ein bisschen von der Idee und der Entstehung Ihres Unternehmens.
Massivkonzept hat maßgefertigte Möbel über das Internet verkauft mittels Online-Konfiguratoren. Das Unternehmen war von Anfang an profitabel und wir hatten das Glück, es ohne externe Investoren skalieren zu können. Ich bin weder Tischler noch Produktdesigner. Nach meiner Zeit bei McKinsey habe ich an mehreren Geschäftsideen gearbeitet, eine davon war zum Beispiel Peer-to-Peer Car Sharing. Als wir verstanden haben, dass es eine große ungenutzte Marktlücke zwischen Ikea und Tischlern gibt, habe ich mich auf Massivkonzept konzentriert.

Was würden Sie Gründungsinteressierten auf ihrem Weg zum Erfolg raten?
Go for it! Ich glaube stark daran, dass man erfolgreich Unternehmen gründen kann, wenn man kompromisslos nur dieses eine Ziel verfolgt. Die Arbeit an einer Geschäftsidee neben dem Studium oder neben einem anderen Job fruchtet meist nicht. In Deutschland gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Gründungsprozess finanziell zu überbrücken, sei es mit Gründungszuschüssen oder dem EXIST-Stipendium.

Welche Kenntnisse und Fertigkeiten aus Ihrer Studienzeit waren beim Aufbau des Startups und Ihrer derzeitigen Tätigkeit hilfreich?
Mein technisches Wissen hat mir bei der Auswahl unserer Möbelproduzenten in Osteuropa und unserer Programmierer in Indien sehr geholfen. Noch mehr hat mir mein Studium am NIT genutzt; zum Beispiel BWL, Arbeitsrecht, Buchhaltung sind Themen, mit denen ich mich nun täglich herumschlage.

Geradliniges Studium und lückenloser Lebenslauf, exzellente Noten, den Kopf voller Wissen… Was ist wichtig im späteren Berufsleben?
Das zu tun, wofür man brennt. Denn nur dann kann man alles geben und wirklich erfolgreich und glücklich sein. Es gibt nicht den einen perfekten Lebenslauf oder einen Weg, den alle einschlagen sollten. Wichtig ist, seine Erfahrungen Schritt für Schritt zu sammeln und sich genug Zeit zu lassen, die nächsten Schritte strategisch zu planen. Und auch den Mut zu haben, einen vermeidlich „perfekten“ Lebenslauf zu durchbrechen.

Dirk Thelen

 
Nationalität: Deutsch
Stadt, Land: Strasbourg / FR
Studiengang/Abschluss: Verfahrenstechnik , Dipl.-Ing.
Abschlussjahr: 1991
Arbeitgeber und Position: PPG AEROSPACE Südeuropa / Geschäftsführer

10 Fragen an…

1. Warum haben Sie sich damals für die TUHH entschieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Kostengründe: komme aus Hamburg, richtige Entscheidung

2. Können Sie sich an den ersten Eindruck erinnern, die die TUHH auf Sie gemacht hat?
Kleine Universität mit guten Beziehungen zu Professoren und Wissenschaftlichen Mitarbeitern

3. Was war Ihre Motivation dieses Studienfach und diesen Beruf zu wählen?
Interesse an der Materie

4. Wie würden Sie Ihre Zeit an der TUHH zusammenfassen?
Super !

5. Ihr Lieblingsessen in der Mensa?
Wir hatten keine Mensa, deswegen war die Kantine im Finanzamt oder alternativ der Dönerladen oder die Bäckerei die einzige Wahl

6. Wo haben Sie in Hamburg/ Harburg neben dem Studium am liebsten Ihre Zeit verbracht?
Segeln

7. Was sind Ihre Tipps für einen guten Berufseinstieg in Ihrer Branche?
Folge Deinen Neigungen und Interessen; Sei offen für andere Kulturen und Denkweisen; Denk an Familie!

8. Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Analyse und Sachverstand helfen bei fachlicher Diskussion mehr als BWL.

9. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
E-mail Flut vergessen und mit Helikopterblick Sachen angehen.

10. Wenn Sie Präsident der TUHH wären…
würde ich mich noch mehr um die Ehemaligen kümmern…

Marko Ivanovic

Nationalität: Serbisch
Stadt, Land: London, UK
Studiengang, Abschluss: MSc. Global Innovation Management
Abschlussjahr: 2010
Arbeitgeber, Position: SC Johnson, Senior Business Process Analyst

Warum haben Sie sich damals für die TUHH entschieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Die Entscheidung, an der TUHH zu studieren, war mit Sicherheit richtig. Ich hatte die Wahl und konnte den Studiengang zum Master entweder in Dänemark oder in Deutschland fortsetzen. Ich habe mich für die TUHH entschieden, weil ich glaubte, dadurch mit der deutschen Kultur wirklich
in Kontakt zu kommen und die deutsche Sprache zu lernen. Darüber hinaus wusste ich, dass die TUHH eine „junge“ Uni war und daher ging ich davon aus, dass sie alle anderen Hochschulen in der Region überbieten würde.

Können Sie sich an den ersten Eindruck erinnern, den die TUHH auf Sie gemacht hat?
Der Hochschul-Campus ist sehr modern mit vielen Freiflächen und gut organisiert. Ich mochte die Infrastruktur, die Art und Weise, wie die Lehrveranstaltungen organisiert waren und die Themen, die behandelt wurden.

Wo haben Sie in Hamburg / Harburg neben dem Studium am liebsten Ihre Zeit verbracht?
Obwohl ziemlich weit vom Stadtzentrum Hamburgs entfernt, war Harburg ein schöner, ruhiger Stadtteil zum Leben, zum Kennenlernen der deutschen
Kultur und zum Genießen des Studentenlebens an der Uni.

Wie würden Sie Ihre Zeit an der TUHH zusammenfassen?
Wir hatten viel Spaß in unserem Studentenwohnheim, wo wir viele unvergessliche Partys feierten.

Was gefällt Ihnen an der Stadt, in der Sie jetzt wohnen, und worin liegt der größte Unterschied zu Hamburg?
Ich lebe jetzt in London. Was mich hier erstaunt, ist die Möglichkeit, so viele Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund und Erfahrungen kennen zu lernen. Was ich im Vergleich zu Hamburg vermisse, ist der ordentliche und strukturierte deutsche Lebensstil.

Was machen Sie beruflich und war Ihr Studium an der TUHH behilflich?
Ich kam zur TUHH mit einem starken IT-Hintergrund. Ich hatte das Ziel, mir in BWL und Management theoretisches und praktisches Wissen anzueignen. Durch das Studium an der TUHH habe ich mir viele Kenntnisse in diesen Bereichen erarbeiten können, die ich jetzt bei meiner täglichen Arbeit anwende. Meine gegenwärtigen Zuständigkeiten sind die Förderung von Prozess-Verbesserungsinitiativen in meinem Unternehmen und das Management von IT-Projekten.

Welche Tipps haben Sie für einen guten Berufseinstieg in Ihrer Branche?
Seien Sie aufgeschlossen, couragiert und mutig. Es ist alles eine Frage der Einstellung und der Persönlichkeit. Firmen stellen Sie trotz Ihrer fehlenden
Erfahrung ein, trennen sich aber auch schnell wieder von Ihnen, wenn Sie nicht zur Firma passen. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Sie während Ihres
Studiums an möglichst vielen praktischen Projekten mitarbeiten, sich viele unterschiedliche Fertigkeiten aneignen und jede Menge Erfahrung sammeln. Zu guter Letzt sollten Sie keine Angst davor haben, Ratschläge
einzuholen – aber nicht von gleichaltrigen Freunden, sondern von älteren Kommilitonen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
In der modernen Geschäftswelt gibt es keinen typischen Arbeitstag. Ich habe mit vielen unterschiedlichen Menschen auf der ganzen Welt
zu tun, reise viel und organisiere zahlreiche Workshops. Diese müssen vor- und nachbereitet werden, bestehende Projekte gesteuert und neue implementiert werden… Es macht unglaublich viel Spaß, wenn einem diese Art zu Arbeiten gefällt.

Wenn Sie der Präsident der TUHH wären, …
… wäre ich zunächst einmal stolz auf meine Errungenschaften. Zudem würde ich mich vergewissern, dass ich mit den Studierenden in Verbindung bleibe, in einem offenen Dialog mit ihnen stehe und mir ihre Verbesserungsvorschläge anhöre, um die TUHH gegenüber anderen Hochschulen wettbewerbsfähig zu halten.

Ute Fleck

 
Nationalität: Deutsch
Stadt, Land: Zürich, Schweiz
Studiengang/Abschluss: Verfahrenstechnik/Dr.-Ing.
Abschlussjahr: 1996 (Promotion: 2000)
Arbeitgeber und Position: Hitachi Zosen Inova AG, Senior Sales Manager für schlüsselfertige Müllverbrennungsanlagen in UK, Ireland & Australia

10 Fragen an…

1. Warum haben Sie sich damals für die TUHH entschieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Das war mehr aus Zufall. Ein Klassenkamerad hatte sich über den Studiengang Verfahrenstechnik informiert und mich sprach es an, weil alle Naturwissenschaftlichen Fächer weiter eine Rolle spielten. Mich hat das Studium zwischendurch sehr aufgerieben, aber ich bin heute mehr als froh, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe. Und klar, als Hamburger bleibt man gerne in Hamburg :o)

2. Können Sie sich an den ersten Eindruck erinnern, die die TUHH auf Sie gemacht hat?
Gebäudetechnisch war es ja teils noch alles ein Provisorium, aber trotzdem sehr anspruchsvoller Lehrstoff, interessante Studienkollegen, eine neue Welt nach der Schule. Gleichzeitig unglaublich viel Theorie und die stetige Frage – was kann ich denn später damit wirklich mal machen??

3. Was war Ihre Motivation dieses Studienfach und diesen Beruf zu wählen?
Ich bin da wohl sehr konservativ. Ingenieure waren damals gesucht, Naturwissenschaften haben mich sehr interessiert, ich wollte einen Job finden können nach dem Studium. Wenn ich damals schon gewusst hätte, was für vielfältige Jobs man damit machen kann, dann hätte ich mich so oder so dafür entschieden.

4. Wie würden Sie Ihre Zeit an der TUHH zusammenfassen?
Hart, zum Teil desillusionierend und gleichzeitig der Weg in eine ganz andere spannende Welt.

5. Ihr Lieblingsessen in der Mensa?
Keine Ahnung! Die Mensa kam ja erst mittendrin. Wir haben noch im Rathaus oder im Finanzamt (lach) gegessen.

6. Wo haben Sie in Hamburg/ Harburg neben dem Studium am liebsten Ihre Zeit verbracht?
Beim Reiten in Neugraben/Fischbek

7. Was sind Ihre Tipps für einen guten Berufseinstieg in Ihrer Branche?
Höre auf Dein Herz, beiße Dich beim ersten Job durch, auch wenn es nicht so ist, wie Du es Dir vielleicht erträumt hast, bewerbe Dich dann mit mehr Wissen und Verständnis, auch über Dich selbst, für den nächsten Job. Erwarte von Dir mehr als von anderen.

8. Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Wie soll ich das sagen. Also 1:1 wahrscheinlich rein gar nichts. Aber wenn ich das Studium nicht hätte, dann könnte ich mich nie so schnell in so komplexe technische Fragen einarbeiten. Ich habe nun dreimal komplett das Themenfeld gewechselt und bin immer ganz schnell in der Materie gewesen. Was mir da sehr wichtig erscheint, war ein Tipp von meinem Professor (Brunner), der gesagt hat, man muss zumindest schnell immer überprüfen können ob ein Ergebnis plausibel erscheint oder nicht. Diese Gabe, komplexe Zusammenhänge zu beurteilen, ist für mich immer sehr wichtig gewesen. Sowohl in der technischen Lösungsfindung sowie in der kommerziellen Diskussion. Das Vertragswesen spielt bei mir inzwischen eine sehr wichtige Rolle, da habe ich aus meiner Studienzeit nichts mitnehmen können. Wenn wir dann ein Angebot zusammenstellen, sage ich immer, dass dies das wichtigste Lehrstück aus der Doktorandenzeit war – wie formatiere ich Text ;o)

9. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
Es gibt keinen typischen Arbeitstag bei mir. Natürlich gibt es einen groben Plan, aber Geschäftsreisen sind meistens kurzfristig erforderlich und während des Tages passiert immer etwas, ob intern oder extern, was schnelle Reaktion erfordert. Typisch ist, immer neu zu priorisieren, Überblick bewahren, das Team motivieren, gut zu hören und natürlich zu verkaufen :o) Mein Aufgabengebiet umfasst: Marktbearbeitung, Angebotserstellung, Kalkulationskontrolle, Vertragsverhandlungen, Exklusivitätsverhandlungen, Vorträge an Konferenzen, Messe- und Kundenanlassorganisation, Partnerfirmen finden, Führen der verschiedenen Angebot-Teams, Aufbau politischer Netzwerke, Kostenverantwortung. Ich habe Glück, mein Chef vertraut mir sehr und ich kann dies alles hauptsächlich ganz alleine planen, organisieren und ausführen.

10. Wenn Sie Präsident der TUHH wären…
…dann würde ich die TUHH als die beste TU überhaupt verkaufen :o)

Kai Borgeest

 
Nationalität: deutsch
Stadt, Land: Aschaffenburg, Bayern
Studiengang/Abschluss: Elektrotechnik (Technische Informatik)/Diplom, Promotion
Abschlussjahr: 1993, Promotion 1998
Arbeitgeber und Position: zunächst Robert Bosch GmbH, Stuttgart, Entwicklungsingenieur und Projektmanager, seit 2003 Hochschule Aschaffenburg, Professor für Fahrzeugmechatronik

10 Fragen an Kai Borgeest

1. Warum haben Sie sich damals für die TUHH entschieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Vorher studierte ich an einer Massenuniversität mit einer damaligen Durchschnittsstudiendauer von fast 16 Semestern. An der kleinen Uni TUHH klappte das inklusive Auslandsaufenthalt in der Regelzeit.

2. Können Sie sich an den ersten Eindruck erinnern, die die TUHH auf Sie gemacht hat?
Zwar wurde während des damaligen Aufbaus noch viel improvisiert, ich erinnere mich z. B. an die Ratten, die sich im ehemaligen Ballsaal der Eichenhöhe offenbar ebenfalls für Regelungstechnik interessierten und durch die Vorlesung huschten, trotzdem machte die TUHH einen familiären und auch modernen Eindruck. Dieser insgesamt positive Eindruck bestätigte sich im Laufe des Studiums.

3. Was war Ihre Motivation dieses Studienfach und diesen Beruf zu wählen?
Heute würde ich Mechatronik wählen, damals kamen deshalb Elektrotechnik und Maschinenbau für mich in Betracht. Ich wollte das, was ich als Jugendlicher zusammengebastelt, zerlegt oder repariert hatte, tiefer verstehen und dabei gute berufliche Perspektiven haben.

4. Wie würden Sie Ihre Zeit an der TUHH zusammenfassen?
Zunächst war vieles da, wo man einfach „durch“ musste, wofür das gut war, habe ich erst später gelernt. Als dann in den höheren Semestern der Praxisbezug zunahm, hat es immer mehr Spaß gemacht. Schön war eine freundliche, optimistische Grundstimmung.

5. Ihr Lieblingsessen in der Mensa?
Mit einer Flasche „Extra Hot Chili Sauce“ in der Tasche fast alles.

6. Wo haben Sie in Hamburg/ Harburg neben dem Studium am liebsten Ihre Zeit verbracht?
Eher nördlich der Elbe, die letzte S-Bahn fuhr allerdings damals ziemlich früh. Richtig kennen gelernt habe ich Hamburg erst als Tourist, seitdem ich nicht mehr dort wohne.

7. Was sind Ihre Tipps für einen guten Berufseinstieg in Ihrer Branche?
Breite Kenntnisse, auch außerfachlich (z. B. Ausland, gesellschaftliches Engagement). Im Studium Klausuren gegen die Uhr auf Note zu trainieren, mag gut für die Note sein, in der Industrie ist hingegen nicht mehr gefragt, Standardklausuraufgaben auf Zeit zu rechnen, da ist wichtiger, dass man alles verstanden hat und anwenden kann.

8. Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Erstaunlich viel, mehr als die oft erwähnten 10 %, was man genau braucht, weiß man aber fast immer erst später im Beruf. Wichtig ist, viel zu verstehen, reines Faktenwissen kann man bei Bedarf immer noch nachschlagen.

9. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
Leider erst einmal viel Bürokratie, Email-Pingpong und Papier (Tendenz mit jeder Reform steigend), aber das ist in fast jedem Job so, auch in der Industrie. Wichtigste Kompetenz ist, dafür zu sorgen, dass diese Tätigkeiten nicht zuviel Produktivzeit vernichten und dass Unvermeidliches aus diesen Kategorien trotzdem fristgerecht erledigt ist (Zeitmanagement). Es gab aber gerade während des Aufbaus der damals neuen Hochschule Aschaffenburg sehr spannende Aufgaben in der Selbstverwaltung, ich konnte dabei vieles gestalten. Das hat viel Zeit und Mühe gekostet, war aber sehr interessant. Wichtigste Kompetenzen dabei: Kreativität und Durchhaltevermögen auch bei scheinbar unüberwindlichen Hindernissen.
Die angenehmsten Dinge sind Lehre und Forschung. Da ist kein Tag wie der andere und das ist gut so. In der Lehre muss ein profundes Fachwissen vorhanden sein, noch viel wichtiger ist aber, dass man Spaß an der Lehre hat und den Mut, auch mal Lernformen jenseits der klassischen Vorlesung auszuprobieren. Die Forschung findet an Fachhochschulen unter erheblich schwierigeren Bedingungen als an Universitäten statt, die meisten FH-Professoren forschen deshalb nicht. Ich tue es soweit möglich, die wichtigste Kompetenz ist deshalb die Fähigkeit, zu improvisieren. Themenschwerpunkte sind derzeit die Regelung von Verbrennungsmotoren (keine einfachen LTI-Systeme) und mobile Robotik, daneben vertrauliche Aktivitäten mit der Industrie. Fachlich ist hier die Breite wichtig, weil viele aktuelle Fragestellungen interdisziplinär sind, im Vordergrund stehen aber die Regelungstechnik, eingebettete Systeme und die praktischen Unterschiede zwischen der idealen und der realen Elektronik (z. B. EMV, thermische Probleme).

10. Wenn Sie Präsident der TUHH wären…
Ich glaube, die TUHH hat den richtigen Präsidenten. Ich würde vieles ähnlich machen, insbesondere die qualitative Bedeutung der Lehre stärken.

Dirk Lesny

 
Studiengang/Abschluss: Maschinenbau, Fachrichtung Fertigungstechnik, Dipl.-Ing.
Abschlussjahr: 1995
Arbeitgeber und Position: ExxonMobil, Project Engineer in der Petrochemie

10 Fragen an…

1. Warum haben Sie sich damals für die TUHH entschieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Damals klingt so nach sehr lange her… Ich habe mich 1990 für die TUHH entschieden, da sie eine junge, dynamische, aufstrebende TU mit schon beachtlichen Ruf war. Außerdem war mir wichtig, dass das Lehrende/ Lernende-Verhältnis hervorragend war. Auch rückblickend war das eine gute Entscheidung, die ich nie bereut habe.

2. Können Sie sich an den ersten Eindruck erinnern, die die TUHH auf Sie gemacht hat?
Eine moderne Baustelle mit etwas, das ein Teich werden sollte… und dann der Theatersaal im Helmsmuseum sowie Montag-Morgende in der Eichenhöhe in dessen Gemäuer die Luft meistens noch mit Restalkohol von den Wochenendveranstaltungen angereichert war.

3. Was war Ihre Motivation, dieses Studienfach und diesen Beruf zu wählen?
Die „Faszination Technik“ und was mit ihr und ihrem verantwortungsvollen Einsatz alles möglich ist und sein kann. Außerdem versprach ein Ingenieurstudium eine gute Grundlage für eine breite berufliche Laufbahn zu sein – auch wenn die Beschäftigungsaussichten in den 90ger Jahren nicht prächtig waren (aber das ist Geschichte).

4. Wie würden Sie Ihre Zeit an der TUHH zusammenfassen?
Hartes, zielgerichtetes Arbeiten – immer das Ziel im Blick ohne auf die Vorzüge des studentischen Lebens völlig zu verzichten.

5. Ihr Lieblingsessen in der Mensa?
Welche Mensa? Wir hatten damals noch keine…

6. Wo haben Sie in Hamburg/ Harburg neben dem Studium am liebsten Ihre Zeit verbracht?
Abends in der Lämmertwiete und ansonsten auf dem Wasser (Rudern, Segeln, Kajak, …), Spazierengehen auf dem Deich oder in der Nordheide/ den Harburger Bergen.

7. Was sind Ihre Tipps für einen guten Berufseinstieg in Ihrer Branche?
Von einer guten technischen Basis ausgehend nie das kommerzielle oder den Überblick aus dem Augenwinkel verlieren. Sicherlich hilfreich ist auch eine breite, fundiert entwickelte Persönlichkeit.
Beim Einstieg hilft sicherlich eine örtlich Flexibilität sowie die Bereitschaft zu Beginn weit mehr als 100% zu geben.

8. Was nutzen Sie aus dem Studium für Ihren Beruf?
Ich denke, erstaunlich viel, dafür dass es immer heißt, es sei so wenig von dem Wissen später zu gebrauchen. Sowohl die fachlichen Inhalte des Hauptstudiums als auch die Herangehensweise, Methodik und Strategien, die wir während des Vordiploms gelernt haben, nutze ich. Zusätzlich haben mir sehr oft die Erfahrungen aus den diversen Tätigkeiten geholfen, sei es an der Uni selbst, als Studentische Hilfskraft oder als Praktikant/ Jobber in vielen Unternehmen.

9. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus und welche Kompetenzen brauchen Sie dafür?
Es gibt kaum „typische“ Arbeitstage, da die Tage unterschiedlich mit organisatorischen, analytischen/ informationsbeschaffenden oder problemlösenden Tätigkeiten gefüllt sind. Dieses findet natürlich mittels aller denkbaren und üblichen Formen der Kommunikation statt.
Aber die Kompetenzen, die ich hauptsächlich benötige (mit dem technischen Wissen im Hintergrund), sind Flexibilität, Teamfähigkeiten, Motivation (selbst und andere) und die Fähigkeit in wechselnde Rollen z.B. zwischen Contributor und Entscheider schlüpfen zu können.

10. Wenn Sie Präsident der TUHH wären…
… hätte ich nicht meine jetzige tolle Position und daher überlasse ich den Posten lieber besser geeigneten Menschen. Aber als sein Berater würde ich versuchen, die Wichtigkeit der folgenden Punkte zu untermauern: 1) Verbindung zur Industrie und damit auch die Möglichkeit für Studenten, sich zu orientieren und Erfahrungen zu sammeln; 2) Studenten eine internationale Orientierung zu ermöglichen, aber dennoch Vorteile einer regionalen Verankerung schätzen und zu nutzen. 3) Immer wieder die Wichtigkeit der (Aus-) Bildung in unserem Lande in der politischen Landschaft herauszustreichen und Unterstützung zu gewinnen.

Markus Dölle

 
Master of Science (M.Sc.) Verfahrenstechnik
Abschluss: 28.11.2013

Endlich ist die Uni vorbei? Oder: Schade, dass die Uni vorbei ist?
Nach 6 Jahren Studium sind meine Gefühle gespalten. Einerseits freue ich mich, endlich auf eigenen Füßen stehen zu können und Geld zu verdienen, andererseits ist es schade, dass das Studium vorbei ist. Ich habe die Zeit sehr genossen.

Warum haben Sie sich für ein Studium an der TUHH entschieden?
Da haben mehrere Faktoren zusammengespielt. Die TUHH hat nicht nur einen guten Ruf, auch der Studienstandort hat mir zugesagt. Ich wollte unbedingt in einer größeren Stadt studieren.
Wie würden Sie Ihre Zeit an der TUHH zusammenfassen?
Schon ziemlich durchwachsen. Die ersten Semester waren sehr anstrengend, da ich lernen musste mit dem Lehrsystem der Uni umzugehen. Jedoch hatte ich auch viel Spaß bei Partys und so weiter. Dies hat sich durch mein ganzes Studium gezogen. Es gab anstrengende Abschnitte, aber auch gute Erfahrungen und Vergnügen.

Wie haben Sie das Studienpensum bewältigt?
Manche Abschnitte des Studiums waren schon sehr anstrengend, aber andere waren weniger arbeitsaufwändig. Ich denke dass es wichtig ist, Prioritäten zu setzen. Das fällt nicht allzu schwer da man weiß, dass es irgendwann auch wieder ruhiger wird und man sich ausruhen kann. Es ist wichtig, sich zwischendurch auch mal eine Pause zu gönnen.

Wo in Harburg haben Sie als Student Zeit verbracht?
Ich war oft bei Freunden, die in ganz Harburg verteilt leben. Außerdem habe ich mehrere Jahre im Studentenwohnheim in der Triftstraße gewohnt. Dort habe ich öfter die Bar besucht. Einige Zeit habe ich bei dem Freizeitfussballverein Dynamo Heimfeld gespielt.

Was ist Ihr Lieblingsort in Harburg?
Ich mag den Hafen sehr. Außerdem habe ich einige Zeit im Schwarzenbergpark verbracht, sodass ich mit diesem gute Erinnerungen verbinde.

Ihr Lieblingsessen in der Mensa?
Natürlich Hamburger! Die könnte es ruhig öfter geben!

Wenn Sie Präsident der TUHH wären, auf was würden Sie Wert legen?
Ich würde noch mehr Wert auf die Lehre legen. In Deutschland ist es leider so, dass die Professoren eher versuchen an Geld und Ansehen durch neue Projekte zu kommen. Dadurch wird die Lehre meiner Meinung nach leider etwas vernachlässigt. Da ich im Auslandsemester in Schweden war, habe ich auch andere Erfahrungen gemacht.

TUHH@San Francisco – Join our Alumni Event

Take the chance to meet TUHH alumni on August 12th, 7 pm at Smaato in the heart of San Francisco! Keep in touch with your alma mater and former fellow students. Prof. Liese, President of the Alumni Association, will also attend this event and report about developments at the University of Technology Hamburg.

7 pm Welcome Reception and Networking
7.30 pm Prof. Liese reports about developments at TUHH
Presentation about the company smaato
8.15 pm Roundtable – About us
9 pm   Networking

To register, please send a message to tuandyou@tuhh.de with your full name, your contact details, and your connection to TUHH (e.g. study, work).

Location:
Smaato
240 Stockton St, 10th Floor
San Francisco, CA 94108
www.smaato.com