Ernesto Riestra Martínez


Nationalität: Mexikanisch
Stadt, Land: Mexiko Stadt, Mexiko
Studiengang, Abschluss: M.Sc. Mechatronics
Abschlussjahr: 2001
Arbeitgeber / Name des Startups und Position: Metagraphos, Technischer Direktor (CTO) und Gründer

Warum haben Sie sich damals für die TUHH ent­schieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Ich hatte immer ein Interesse an Programmierung, obwohl ich meinen Bachelor in Maschinenbau absolviert habe. Also war es für mich klar, dass das Masterprogramm beides miteinander kombi­nieren sollte. Für mich ergänzt Mechatronik die physikalische Hardware von rein mechanischen Geräten genauso wie Intelligenz unsere biologische Essenz erweitert. Als Menschen unterscheiden wir uns nicht wesentlich von anderen Tieren hinsicht­lich der physischen „Hardware“, aber es ist das Gehirn, also die „Software“, die uns erstaunliche Möglichkeiten eröffnet. Durch Software können wir mechanische Systeme dazu bringen, sich auf erstaunliche Weise zu verhalten.

Wo arbeiten Sie heute und nutzen Sie die an der TUHH erlernten Kenntnisse?
Ich bin Gründer und Technischer Direktor (CTO) von Metagraphos, einem seit sieben Jahren bestehenden Unternehmen, das Bildungstechnolo­gien anbietet, beispielsweise zur Entwicklung von Trainings-/Schulungsinhalten und für Online- Learning-Modelle. Derzeit arbeite ich mit Virtual- Reality-Systemen, die im Trainingsbereich einge­setzt werden sollen. Das erfordert sehr spezifisches Wissen. Hierbei greife ich auf Kenntnisse zurück, die ich mir an der TUHH angeeignet habe. Aber am meisten haben mir nicht das Wissen über bestimmte Modelle oder Algorithmen aus meiner TUHH-Zeit weitergeholfen, sondern die sogenann­te Ingenieursdenke und eine bestimmte Art an Problemlösungen heranzugehen. Das ist das, was mir immer am meisten geholfen hat.

Die wichtigsten Facts zu Ihrem Startup …
Metagraphos ist ein durch und durch digitales Un­ternehmen. Wir sind sehr klein, haben rund sieben Vollzeit-Teammitglieder. Wir haben aber auch viele Teilzeitkollegen, die tagsüber einer anderen Arbeit nachgehen und dann nachts für uns aktiv werden. Präsenzzeiten sind bei uns auf ein Mini­mum heruntergeschraubt. Das Unternehmen ist sehr aktiv in den Bereichen Internet-/Online-Learning sowie Virtual Reality für den Ausbildungs-/Trainingsbereich. Wir haben auch unsere eigenen Trainings-Plattformen, wie beispielsweise ‚yeira‘.

Was gefällt Ihnen am besten an Ihrem Job?
Die Family-Work-Balance, die allen Teammitglie­dern zu Gute kommt, und die Möglichkeit an groß­artigen Ideen arbeiten zu können und die Freiheit zu haben, diese zu ergründen und ein neues Kon­zept oder eine Lösung dafür zu erarbeiten. Zudem haben wir das Glück, dass wir unser Unternehmen mit einem sehr schlanken Entscheidungsgremium steuern. Wir haben uns bei unserem Startup für das sogenannte ‚bootstrapping‘-Modell entschieden. Wir finanzieren unser Startup also ohne externe Investoren. Das heißt auch, dass unser Unterneh­men sehr sensibel auf finanzielle Fragen reagiert und wir genötigt sind, die Ausgaben jeden Tag aufs Neue zu priorisieren und zu hinterfragen. Wir kön­nen aber dadurch auch schnell auf Veränderungen reagieren und unseren Kurs dementsprechend an­passen – ohne Investoren oder Aktionäre zunächst davon überzeugen zu müssen.

Was sollten (zukünftige) Gründerinnen und Grün­der Ihrer Meinung nach unbedingt beachten?
Der erste Schritt ist, sich ein Netzwerk aus Freunden und Familie zur Unterstützung beim Gründungsprozess aufzubauen bzw. zu festigen. Darüber hinaus sollte man so früh wie möglich versuchen, die eigenen Ideen am Markt zu testen – und sei es nur bei einem einzigen Kunden. Vorher kann man nicht wissen, ob die eigene Idee funktio­niert. Wann immer man nicht mit dem Ausbau des eigenen Services oder Produktangebotes beschäftig ist, sollte man etwas Neues lernen. Und finden Sie einen Mitbegründer, der mit Ihnen das „warum“ teilt und nicht unbedingt das „was“ oder „wie“.