Johannes Weber


Nationalität: Deutsch
Stadt, Land: Hamburg, Deutschland
Studiengang, Abschluss: M.Sc. International Produc­tion Management (TUHH), MBA Technology Manage­ment (NIT)
Abschlussjahr: 2014
Arbeitgeber und Position: Gründer und Geschäftsführer bentekk GmbH, seit März 2017 eine Tochtergesellschaft der Dräger Safety AG & Co. KGaA

Warum haben Sie sich damals für die TUHH / das NIT entschieden und war das aus heutiger Sicht gut?
Ich war von der Idee eines Doppelstudiums mit internationalen Studierenden in kleinen Gruppen begeistert. Der Thomas J.C. & Angelika Matzen Stiftung bin ich rückblickend sehr dankbar, die über ein Stipendium meine Studiengebühren über­nommen hat. Ich würde mich nochmal genauso entscheiden und kann jedem empfehlen, sich über die vielfältigen Möglichkeiten an TUHH und NIT zu informieren.

Was war Ihre Motivation, dieses Studienfach zu wählen?
Die Kombination aus ingenieurwissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Fächern spiegelte meine Interessen wieder und eröffnete später große Gestaltungsmöglichkeiten. Nachdem ich ein Bachelor-Programm an einer sehr viel größeren Universität mit überwiegend Frontalunterricht ab­geschlossen hatte, reizte mich das Curriculum mit vielen Übungen, Fallstudien, Präsentation

Wann und warum kamen Sie auf die Idee, Ihr eigenes Unternehmen zu gründen?
Formal gegründet haben wir die bentekk GmbH im November 2014 auf Basis von Forschungser­gebnissen. Wir waren früh davon überzeugt, dass unsere Technologie einen starken Nutzen für den Arbeitsschutz in der Industrie schaffen wird. Mein Mitgründer Matthias Schmittmann und ich sind zudem Persönlichkeiten, die gerne etwas Eigenes aufbauen wollten. Im richtigen Moment kam alles zusammen.

Die wichtigsten Facts zu Ihrem Startup …
Bentekk entwickelt tragbare Gasmesstechnik für die Bestimmung von Gefahrstoffkonzentrationen in der Umgebungsluft. Seit Anfang 2016 sind unsere Produkte in Deutschland auf dem Markt und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit in der Öl-, Gas- und chemischen Industrie. In 2017 hat die Firma Dräger aus Lübeck die Mehrheit an unserem Unternehmen übernommen, um gemeinsam wei­teres Wachstum zu ermöglichen.

Was ist das Beste an Ihrem Job?
Ich kann relevante Entscheidungen sofort treffen und direkt gemeinsam mit meinem Team umset­zen. Die Sichtbarkeit dieser Umsetzung ist zeitnah beispielsweise an unseren Produkten zu sehen. Diese Geschwindigkeit motiviert uns jeden Tag.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?
Kein Tag gleicht dem anderen. Eine Besprechung mit unseren Softwareentwicklern, ein Vertriebs­termin bei einer Raffinerie, ein Bewerbungsge­spräch mit einem Studenten, eine Abstimmung mit unserem Steuerberater, die Erstellung einer Präsentation für das geschärfte Produktkonzept und ungezählte E-Mails finden beispielsweise an einem Tag statt.

Was sollten (zukünftige) Gründerinnen und Grün­der Ihrer Meinung nach unbedingt beachten?
Eine Gründung ist ein Prozess mit vielen kleinen Entscheidungen, die ab und an korrigiert werden müssen. Zwei Themen sollten aber von Anfang an sicher sein. 1. Es besteht ein Bedarf, für dessen Deckung Kunden bereit sind zu zahlen. 2. Es besteht die Bereitschaft im Gründerteam, über viele Jahre zusammenzustehen.

Wenn Sie Präsident der TUHH wären …
… würde ich neue Studiengänge im Bereich In­formatik, Entrepreneurship und Online Marketing aufsetzen, um die dringend benötigten Fachkräfte für die Digitalisierung der Industrie in Deutschland auszubilden.